Personenschaden

Schmerzensgeldtabelle: geprüfte Urteile mit Betrag und Aktenzeichen

Wie viel Schmerzensgeld gibt es für ein Schleudertrauma, einen Knochenbruch oder einen Behandlungsfehler? Ich habe 95 Entscheidungen deutscher Gerichte seit 2010 zusammengestellt – nach Verkehrsunfällen, Behandlungsfehlern, Stürzen, Hundebissen und Körperverletzungen. Jede Entscheidung habe ich im amtlich veröffentlichten Volltext nachgelesen und verlinkt. Angaben, die ich nicht selbst prüfen konnte, habe ich weggelassen.

95 Urteile26 Gerichte2010–2026150 € – 650.000 €
95 von 95 Urteilen
650.000 €Kopf/Gehirn

Schwerster hypoxischer Hirnschaden mit spastischer Zerebralparese und schwerster geistiger und körperlicher Behinderung

Bei einem Nabelschnurvorfall in der 35. Schwangerschaftswoche lagerte der Notarzt die Mutter fehlerhaft flach und schob den kindlichen Kopf nicht zurück (grober Behandlungsfehler). Das Kind erlitt durch Sauerstoffmangel einen schwersten Hirnschaden; eine Kommunikation mit den Eltern ist nicht möglich.

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung Berufung des beklagten Kreises (Amtshaftung, Rettungsdienst) zurückgewiesen; LG Köln (25 O 454/20) hatte 650.000 € zugesprochen; daneben Pflegemehrbedarf und monatliche Rente (materiell) sowie Feststellung künftiger Schäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Köln, 07.01.2026 – 5 U 115/24 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung des beklagten Kreises (Amtshaftung, Rettungsdienst) zurückgewiesen; LG Köln (25 O 454/20) hatte 650.000 € zugesprochen; daneben Pflegemehrbedarf und monatliche Rente (materiell) sowie Feststellung künftiger Schäden

500.000 €Kopf/Gehirn

Hypoxischer Hirnschaden mit linksbetonter Lähmung, Spastik, Sprach- und Schluckstörungen und erheblichen Hirnleistungsstörungen

Während einer gynäkologischen Operation fielen Blutdruck und Sauerstoffsättigung der Patientin stark ab; die gebotene Bluttransfusion unterblieb (grober Behandlungsfehler). Die Patientin ist seither schwerst pflegebedürftig.

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung Berufung erfolgreich; LG Bielefeld hatte die Klage abgewiesen
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 21.03.2017 – 26 U 122/09 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung erfolgreich; LG Bielefeld hatte die Klage abgewiesen

450.000 €Rumpf/Organe

Geburtsschaden des Kindes: schwere hypoxische Hirnschädigung mit zentraler Blindheit, Zerebralparese und Schluckstörung

Fehlerhafte Geburtsleitung trotz auffälligem CTG (keine Blutuntersuchung, verspätete Geburtsbeendigung, wiederholte erfolglose Saugglockenversuche). Das Kind ist rund um die Uhr pflegebedürftig und auf PEG-Sonde und Rollstuhl angewiesen.

Rippen Becken Bauch Organe Feststellung Zukunftsschäden; Klägerseite hatte mindestens 600.000 € verlangt
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

LG Aachen, 10.01.2018 – 11 O 314/14 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung Zukunftsschäden; Klägerseite hatte mindestens 600.000 € verlangt

430.000 €HWS/Wirbelsäule

Querschnittlähmung mit Kurzdarmsyndrom, künstlichem Darmausgang und Harninkontinenz

18-jährige Unfallgeschädigte ist dauerhaft rollstuhlpflichtig, nachts auf künstliche Ernährung angewiesen und vollständig erwerbsunfähig.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel 400.000 € für die Unfallfolgen zzgl. 30.000 € wegen zögerlicher Regulierung; 175.000 € vorgerichtlich gezahlt; zusätzlich Mehrbedarfs- und Verdienstausfallrenten
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 15.02.2019 – 11 U 136/16 (Volltext)

Einzelheiten

400.000 € für die Unfallfolgen zzgl. 30.000 € wegen zögerlicher Regulierung; 175.000 € vorgerichtlich gezahlt; zusätzlich Mehrbedarfs- und Verdienstausfallrenten

375.000 €Kopf/Gehirn

Schädel-Hirn-Trauma Grad IV mit Schädelfraktur und Hirnkontusionen; hirnorganisches Psychosyndrom, Ataxie, Spastik, Augenmuskellähmung

Ein fünfjähriges Kind verunglückte auf dem Nachbargrundstück, auf dem ein Mehrfamilienhaus errichtet wurde; Bauherr und Bauunternehmen haften. Das Kind erlitt schwerste Kopfverletzungen mit mehreren Hirnoperationen und lebenslangen körperlichen und geistigen Behinderungen (GdB 100).

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung zzgl. Schmerzensgeldrente 1.300 €/Monat ab 01/2023 (Gesamtwert laut Senat 669.777,60 €); Betragsverfahren nach Grundurteil; LG hatte 500.000 € Kapital und 1.500 €/Monat Rente zugesprochen
Sturz / VerkehrssicherungDauerschaden

OLG München, 23.12.2022 – 13 U 1972/18 (Volltext)

Einzelheiten

zzgl. Schmerzensgeldrente 1.300 €/Monat ab 01/2023 (Gesamtwert laut Senat 669.777,60 €); Betragsverfahren nach Grundurteil; LG hatte 500.000 € Kapital und 1.500 €/Monat Rente zugesprochen

250.000 €Rumpf/Organe

Geburtsschaden des Kindes: hypoxische Hirnschädigung mit Entwicklungsstörung und Epilepsie

Grob fehlerhafte Geburtsleitung: unterlassene durchgehende CTG-Überwachung, fehlende ärztliche Präsenz und verspäteter Notkaiserschnitt. Das Kind wird voraussichtlich kein selbständiges Leben führen können.

Rippen Becken Bauch Organe Berufung, LG Paderborn hatte 175.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 04.04.2017 – 26 U 88/16 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung, LG Paderborn hatte 175.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

220.000 €Rumpf/Organe

Darmperforation mit Bauchfellentzündung nach Darmspiegelung mit Polypabtragung

Haftung wegen fehlender Aufklärung über das Perforationsrisiko. Monatelange Intensivbehandlung mit Langzeitbeatmung, zahlreichen Bauchspülungen und septischem Schock; künstlicher Darmausgang, GdB 100 und Frühberentung.

Rippen Becken Bauch Organe Berufung, LG Bielefeld hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 03.09.2013 – 26 U 85/12 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung, LG Bielefeld hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

160.000 €HWS/Wirbelsäule

Halswirbelluxation C6/7 mit hoher Querschnittlähmung, BWK-6-Fraktur, Rippenbrüche, Lungenkontusion

Nicht angeschnallter 17-jähriger Rücksitzmitfahrer wurde bei einem Überschlag aus dem Fahrzeug geschleudert. Dauerhafte Lähmung beider Beine und schwere Lähmung beider Arme.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Berufung; Höhe des LG Köln bestätigt; Zahlungen von 75.000 € und 80.000 € im Verfahren angerechnet bzw. erledigt
VerkehrsunfallDauerschaden25 % Mitverschulden (nicht angelegter Gurt) berücksichtigt

OLG Köln, 11.06.2015 – 8 U 54/14 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung; Höhe des LG Köln bestätigt; Zahlungen von 75.000 € und 80.000 € im Verfahren angerechnet bzw. erledigt

150.000 €HWS/Wirbelsäule

Inkomplette Querschnittlähmung nach Einblutung im Brustwirbelbereich (BWK 3/4)

Chirotherapeutische Manipulation an der Wirbelsäule ohne Aufklärung über das erhöhte Blutungsrisiko durch ein eingenommenes Medikament. Folgen: Rollator/Rollstuhl, Selbstkatheterisierung, Sexualfunktionsstörung, chronische Schmerzen.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Berufung, LG Paderborn hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 02.02.2021 – 26 U 54/19 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung, LG Paderborn hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

100.000 €Hüfte/Bein/Knie

Traumatische Amputation des Vor- und Mittelfußes, später Unterschenkelamputation; Risswunde am Knie mit Patella- und Femurkondylenverletzung

Ein 20-jähriger Motorradfahrer wurde bei einem vom Unfallgegner verschuldeten Unfall schwer am linken Bein verletzt; nach Infektionen musste der Unterschenkel unterhalb des Knies amputiert werden. Es verbleiben eingeschränkte Gehstrecke, Hinken, Präarthrose im Knie und ein GdB von 50.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Gesamtbetrag; 45.000 € vorprozessual gezahlt, weitere 55.000 € zugesprochen; LG Augsburg hatte insgesamt 80.000 € für angemessen gehalten; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG München, 04.03.2021 – 24 U 1682/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 45.000 € vorprozessual gezahlt, weitere 55.000 € zugesprochen; LG Augsburg hatte insgesamt 80.000 € für angemessen gehalten; Feststellung Zukunftsschäden

75.000 €HWS/Wirbelsäule

Inkomplettes Kauda-Syndrom nach Lendenwirbel-Operation (Fußheber-/Fußsenkerlähmung, Impotenz)

Haftung wegen mangelhafter Aufklärung über die konservative Alternative und das erhöhte Lähmungsrisiko vor einer Re-Operation. Der Kläger ist im Alltag überwiegend auf den Rollstuhl angewiesen und leidet an einer depressiven Entwicklung.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Berufung, LG Arnsberg hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 15.12.2017 – 26 U 3/14 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung, LG Arnsberg hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

75.000 €Rumpf/Organe

Beckenverletzung, Rippenserienfraktur, Milzlazeration, Pankreaskontusion, Dünndarmperforation, BWK-1-Fraktur, offene Arm- und Unterarmbrüche

Motorradfahrer wurde von einem grob fahrlässig abbiegenden Pkw erfasst. Drei Klinikaufenthalte, Reha und acht Operationen; bleibende Narben, Bewegungseinschränkungen und Nervenschäden am rechten Bein.

Rippen Becken Bauch Organe Gesamtbetrag; 40.000 € vorgerichtlich gezahlt, 35.000 € zugesprochen
VerkehrsunfallDauerschaden

LG Münster, 19.10.2023 – 12 O 123/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 40.000 € vorgerichtlich gezahlt, 35.000 € zugesprochen

70.000 €Kopf/Gehirn

Schweres Schädel-Hirn-Trauma mit diffuser axonaler Schädigung, Schädelfraktur, Hirnblutung und Subduralhämatom; verbliebene leichte Halbseitenlähmung

Ein zehnjähriger Junge wurde beim Überqueren einer Straße von einem Pkw erfasst. Nach stationärer Behandlung und mehrmonatiger Reha blieben eine leichte Hemiparese und neuropsychologische Defizite; er musste von der Realschule auf eine Förderschule wechseln.

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung Gesamtbetrag; vorgerichtlich gezahlte 5.500 € angerechnet (ausgeurteilt 64.500 €); Feststellung Zukunftsschäden; zögerliches Regulierungsverhalten erhöhend berücksichtigt
VerkehrsunfallDauerschaden1/3 Mithaftung des Kindes berücksichtigt (Haftung der Beklagten 2/3)

LG Nürnberg-Fürth, 20.07.2023 – 8 O 7410/21 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; vorgerichtlich gezahlte 5.500 € angerechnet (ausgeurteilt 64.500 €); Feststellung Zukunftsschäden; zögerliches Regulierungsverhalten erhöhend berücksichtigt

65.000 €Schulter/Arm

Hintere Schulterluxation links, Morbus Sudeck mit Funktionsverlust des linken Arms, Rippenserienfraktur, PTBS

Bei einem Vorfahrtsunfall erlitt ein Pkw-Fahrer unter anderem eine Schulterluxation; in der Folge entwickelte sich ein CRPS mit nahezu vollständigem und voraussichtlich dauerhaftem Funktionsverlust des linken Arms sowie eine posttraumatische Belastungsstörung.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Gesamtbetrag; 5.000 € vorprozessual gezahlt; Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Bonn hatte die Klage abgewiesen
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Köln, 07.12.2010 – 4 U 9/09 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 5.000 € vorprozessual gezahlt; Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Bonn hatte die Klage abgewiesen

60.000 €Hüfte/Bein/Knie

Mehrfragmentfraktur des Schienbeinkopfs mit Kompartmentsyndrom, Schädel-Hirn-Trauma, Rippenserienfraktur, Lungenembolie

Der Kläger wurde bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Die Gebrauchsfähigkeit des linken Beins ist um 3/7 gemindert, ein künstliches Kniegelenk wird voraussichtlich nötig; MdE 30 %, dauerhaft Kompressionsstrumpf.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Betrag des LG Düsseldorf bestätigt; 50.000 € vorprozessual verrechnet; zusätzlich Renten für Erwerbs- und Haushaltsführungsschaden
VerkehrsunfallDauerschaden20 % Mithaftung berücksichtigt (Haftung der Beklagten 80 %, entspricht 75.000 € bei voller Haftung)

OLG Düsseldorf, 12.02.2019 – 1 U 16/18 (Volltext)

Einzelheiten

Betrag des LG Düsseldorf bestätigt; 50.000 € vorprozessual verrechnet; zusätzlich Renten für Erwerbs- und Haushaltsführungsschaden

50.000 €HWS/Wirbelsäule

Folgen zweier Lendenwirbelsäulen-Versteifungsoperationen (LW4/5, Verlängerung auf SW1) ohne wirksame Einwilligung

Haftung wegen unzureichender Aufklärung vor beiden Eingriffen; ein Behandlungsfehler war nicht bewiesen. Eine Lockerung des Implantats erforderte eine weitere Operation, die Beschwerden der Klägerin bestehen fort.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Berufung, LG Bochum hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 02.02.2024 – 26 U 36/23 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung, LG Bochum hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

50.000 €Schulter/Arm

Verlust des rechten Unterarms nach übersehenem Kompartmentsyndrom

Ein Hausarzt ging nach einer Verletzung den Anzeichen eines Kompartmentsyndroms nicht nach (grober Behandlungsfehler). Der rechte Unterarm des etwa 50-jährigen Patienten musste amputiert werden; Phantomschmerzen und Folgeoperationen.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Bochum hatte die Klage abgewiesen
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 13.06.2017 – 26 U 59/16 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Bochum hatte die Klage abgewiesen

50.000 €Hand/Finger

Teilverlust der rechten Hand (Daumen, Zeigefinger, Teil des Mittelfingers)

Nach einer Transplantation wurde ein Gefäßverschluss an der rechten Hand grob fehlerhaft zu spät behandelt; Daumen, Zeigefinger und Teile des Mittelfingers mussten amputiert werden. Die Hand ist nur noch als Beihand einsetzbar, der 41-jährige Patient ist berufsunfähig.

Hand Finger Handgelenk Berufung der Beklagten zurückgewiesen; Betrag des LG Bochum (6 O 370/16) bestätigt
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 19.11.2019 – 26 U 30/19 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung der Beklagten zurückgewiesen; Betrag des LG Bochum (6 O 370/16) bestätigt

50.000 €Schulter/Arm

Funktionsverlust der linken Schulter nach fehlerhafter Schulteroperation

Bei einer offenen statt arthroskopischen Schulteroperation wurde das Schulterdach grob fehlerhaft weitgehend entfernt. Es folgten mehrere Eingriffe bis zur Schulterversteifung; der linke Arm ist funktionslos, Alltag nur mit fremder Hilfe.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Arnsberg hatte 30.000 € zugesprochen
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 01.07.2014 – 26 U 4/13 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Arnsberg hatte 30.000 € zugesprochen

50.000 €Fuß/Sprunggelenk

Trimalleolarfraktur des Sprunggelenks, Schlüsselbeinbruch, Rippenserienfraktur mit Hämatopneumothorax

Ein Pkw kam bei Aquaplaning ins Schleudern und prallte auf der Autobahn gegen das Fahrzeug des Klägers. Nach mehreren Klinik- und Reha-Aufenthalten bleiben dauerhafte Sprunggelenksschmerzen, eine Schulterbewegungseinschränkung und eine MdE von 20 %.

Fuß Sprunggelenk Knöchel Fraktur Knochenbruch Gesamtbetrag; 25.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 25.000 € zugesprochen; LG Landshut hatte nur weitere 10.000 € zugesprochen
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG München, 02.06.2021 – 10 U 7288/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 25.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 25.000 € zugesprochen; LG Landshut hatte nur weitere 10.000 € zugesprochen

50.000 €Hüfte/Bein/Knie

Offene Oberschenkelschaftfraktur, Oberarm-, Unterarm- und Schambeinfrakturen, Teilriss des vorderen Kreuzbands, Gehirnerschütterung

Ein 12-jähriges Mädchen wurde als Fahrgast bei der Frontalkollision zweier Schulbusse schwer verletzt; fünf Operationen mit acht Eingriffen und mehrwöchiger Klinikaufenthalt. Es bleiben eingeschränkte Sportfähigkeit, Schmerzen beim Treppensteigen und sichtbare Narben an den Beinen.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Gesamtbetrag; 25.000 € vorprozessual gezahlt, weitere 25.000 € zugesprochen
VerkehrsunfallDauerschaden

LG Nürnberg-Fürth, 13.10.2022 – 8 O 8176/21 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 25.000 € vorprozessual gezahlt, weitere 25.000 € zugesprochen

50.000 €Fuß/Sprunggelenk

Übersehene Mittelfußbasisfraktur, Entwicklung eines Charcot-Fußes mit Zerstörung des Fußgewölbes

Der Durchgangsarzt diagnostizierte bei einem Diabetiker nach Umknicken nur eine Distorsion und ließ den Fuß nicht vollständig röntgen. Der Fuß deformierte sich; es folgten Achillessehnenverlängerung, orthopädisches Schuhwerk, zeitweise Rollstuhl und GdB 60.

Fuß Sprunggelenk Knöchel Fraktur Knochenbruch LG Bonn hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Köln, 09.01.2019 – 5 U 13/17 (Volltext)

Einzelheiten

LG Bonn hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

45.000 €Hüfte/Bein/Knie

Schienbeinkopf-Trümmerfraktur (C3), Außenknöchelbruch, Kompartmentsyndrom am Unterschenkel

Ein Motorrollerfahrer wurde von einem vorfahrtswidrig einbiegenden Pkw erfasst. Nach fast zwei Jahren Behandlung mit mehreren Operationen und Hauttransplantation bleiben Spitzfuß, Beinverkürzung, Kniearthrose und GdB 50; er kann seinen Beruf nicht mehr ausüben.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Gesamtbetrag (LG Bochum bestätigt); 12.500 € vorgezahlt, 32.500 € tituliert; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 29.01.2019 – 9 U 28/18 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag (LG Bochum bestätigt); 12.500 € vorgezahlt, 32.500 € tituliert; Feststellung Zukunftsschäden

40.000 €HWS/Wirbelsäule

Operierter Berstungsbruch BWK 12, Kompressionsfrakturen BWK 8–10, Schädelhirntrauma und Lungenkontusion

Schwerer Verkehrsunfall mit mehrtägiger Beatmung und rund fünf Monaten stationärer Behandlung. Die körperlichen Verletzungen heilten weitgehend, es blieben eine chronische somatoforme Schmerzstörung, eine leichte Depression und eine Agoraphobie.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Gesamtbetrag; 6.000 € vorgerichtlich gezahlt, 34.000 € zugesprochen; Feststellung künftiger immaterieller Schäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 14.03.2014 – 9 U 103/13 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 6.000 € vorgerichtlich gezahlt, 34.000 € zugesprochen; Feststellung künftiger immaterieller Schäden

40.000 €Hüfte/Bein/Knie

Riss beider Kreuzbänder und des Seitenbands, Durchtrennung des Nervus peronaeus, Speichenbruch

Ein Motorradfahrer kollidierte mit einer wendenden Pkw-Fahrerin. Trotz Nerventransplantation ist er dauerhaft auf eine Beinschiene angewiesen, hinkt, hat eine eingeschränkte Handfunktion und eine MdE von 30 %.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur 16.000 € vorgezahlt, nach Verrechnung 20.856,69 € zugesprochen; LG München I: 35.000 €; Feststellung immaterieller Zukunftsschäden zu 80 %
VerkehrsunfallDauerschaden20 % Mithaftung (Betriebsgefahr, überhöhte Geschwindigkeit) berücksichtigt

OLG München, 30.03.2022 – 10 U 6313/20 (Volltext)

Einzelheiten

16.000 € vorgezahlt, nach Verrechnung 20.856,69 € zugesprochen; LG München I: 35.000 €; Feststellung immaterieller Zukunftsschäden zu 80 %

35.000 €Rumpf/Organe

Rippenserienfraktur (Rippen 4–12) mit Pneumothorax, Schädelbasisfraktur

Beifahrer eines alkoholisierten Fahrers, der auf ein Abschleppgespann auffuhr. Intensivbehandlung mit Beatmung und Luftröhrenschnitt; dauerhaft somatoforme Schmerzstörung und Dysthymie mit teilweiser Arbeitsunfähigkeit.

Rippen Becken Bauch Organe Gesamtbetrag; 10.000 € vorgerichtlich gezahlt; Berufung, LG Duisburg hatte weitere 15.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Düsseldorf, 07.11.2017 – 1 U 70/16 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 10.000 € vorgerichtlich gezahlt; Berufung, LG Duisburg hatte weitere 15.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

32.000 €Psyche

Posttraumatische Belastungsstörung mit Panikzuständen und Schlafstörungen; HWS-Distorsion, Wirbelsäulenblockierungen

Der Pkw der Klägerin stieß auf einer Kreuzung mit einer Straßenbahn zusammen. Neben Wirbelsäulenverletzungen entwickelte sie eine fortdauernde PTBS, die nach Gutachten mit einer Traumatherapie noch besserungsfähig ist.

psychisch Trauma Angst Depression PTBS Berufung der Beklagten teilweise erfolgreich; LG Köln (4 O 298/18) hatte 42.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Köln, 18.08.2023 – 7 U 21/23 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung der Beklagten teilweise erfolgreich; LG Köln (4 O 298/18) hatte 42.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

30.000 €Hand/Finger

Mittelhand- und Fingerfrakturen links, Unterarmtrümmerbruch, Fuß- und Sprunggelenksfrakturen

Ein Leichtkraftradfahrer wurde von einem auf die Gegenfahrbahn geratenen Pkw erfasst; rund sieben Wochen stationär mit vier Operationen. Es blieben deutliche Funktionseinschränkung und Schmerzen von Hand und Handgelenk, reduzierte Greiffähigkeit, Gangstörung und beginnende Arthrose.

Hand Finger Handgelenk Gesamtbetrag; 20.000 € vorprozessual gezahlt, weitere 10.000 € zugesprochen; Schmerzensgeldrente abgelehnt; Berufung, LG Duisburg hatte kein weiteres Schmerzensgeld zuerkannt
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Düsseldorf, 11.10.2011 – I-1 U 236/10 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 20.000 € vorprozessual gezahlt, weitere 10.000 € zugesprochen; Schmerzensgeldrente abgelehnt; Berufung, LG Duisburg hatte kein weiteres Schmerzensgeld zuerkannt

30.000 €Fuß/Sprunggelenk

Abszess an Ferse/Fußsohle nach Injektion, mehrere Operationen, Großzehenheberschwäche

Nach einer Injektion in die Fußsohle kontrollierte der Arzt die sich entwickelnde Infektion nicht engmaschig (grober Behandlungsfehler). Es folgten zwei längere Klinikaufenthalte mit Wundrevisionen; es bleiben schmerzhafte Narbe, Gangstörung und Bewegungseinschränkungen am Fuß.

Fuß Sprunggelenk Knöchel Fraktur Knochenbruch LG Detmold hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 12.11.2013 – 26 U 107/11 (Volltext)

Einzelheiten

LG Detmold hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

30.000 €Hüfte/Bein/Knie

Oberschenkelschaftbruch, Riss des hinteren Kreuzbands mit Meniskusschaden, Ellengriffelbruch

Ein Motorradfahrer wurde von einem aus dem Parkplatz ausfahrenden Pkw erfasst. Nach Operationen und gut einem Jahr Arbeitsunfähigkeit bleiben eine MdE von 10 % und ein Arthroserisiko; sein Motorrad-Hobby musste er aufgeben.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Gesamtbetrag, davon 25.000 € außergerichtlich gezahlt; Berufung des Klägers auf mehr zurückgewiesen (LG Essen ebenfalls 30.000 €)
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 18.01.2022 – 7 U 100/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag, davon 25.000 € außergerichtlich gezahlt; Berufung des Klägers auf mehr zurückgewiesen (LG Essen ebenfalls 30.000 €)

25.000 €Kopf/Gehirn

Schädel-Hirn-Trauma mit Hirneinblutung, kurzes künstliches Koma; Fingerbruch, Mittelhandbruch, Lungenquetschung

Ein Motorradfahrer wurde von einem links abbiegenden Pkw übersehen. Nach Operation und mehreren Klinikaufenthalten verblieben nur geringe Beeinträchtigungen; weitere behauptete Folgen (u. a. psychische) waren nicht unfallbedingt nachweisbar.

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung Berufung des Klägers zurückgewiesen; Anspruch durch vorprozessualen Vorschuss von 39.100 € bereits erfüllt
Verkehrsunfall

OLG Bamberg, 19.12.2023 – 5 U 314/22 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung des Klägers zurückgewiesen; Anspruch durch vorprozessualen Vorschuss von 39.100 € bereits erfüllt

25.000 €Hand/Finger

CRPS (Morbus Sudeck) der linken Hand nach nicht indizierten Handoperationen

Nach einem Sturz mit Handgelenksprellung wurde die Patientin ohne Indikation und ohne ausreichende Aufklärung zweimal an Hand und Handgelenk operiert (Sehnenfach, Karpaltunnel). Danach entwickelte sich ein CRPS mit erheblichen Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit und Belastbarkeit der Hand.

Hand Finger Handgelenk Berufung der Beklagten weitgehend zurückgewiesen; Betrag des LG Coburg (11 O 595/21) bestätigt; Feststellung weiterer materieller Schäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Bamberg, 15.12.2025 – 4 U 71/25 e (Volltext)

Einzelheiten

Berufung der Beklagten weitgehend zurückgewiesen; Betrag des LG Coburg (11 O 595/21) bestätigt; Feststellung weiterer materieller Schäden

25.000 €Hüfte/Bein/Knie

Verspätet erkannte Hüftdysplasie mit hoher Hüftluxation beim Kleinkind, offene Reposition und Beckenosteotomie

Der Kinderarzt wertete den Hüftultraschall bei der U3 falsch aus, ein Orthopäde veranlasste trotz auffälligen Gangbilds kein Röntgen. Die Luxation musste operativ eingerenkt und später durch eine Beckenosteotomie korrigiert werden.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur 20.000 € gesamtschuldnerisch, weitere 5.000 € allein gegen den Kinderarzt; LG Münster hatte insgesamt 40.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)

OLG Hamm, 31.10.2016 – 3 U 173/15 (Volltext)

Einzelheiten

20.000 € gesamtschuldnerisch, weitere 5.000 € allein gegen den Kinderarzt; LG Münster hatte insgesamt 40.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

20.000 €HWS/Wirbelsäule

Fehlerhafte Implantation zweier Bandscheibenprothesen an der Halswirbelsäule (C3/C4, C5/C6)

Grob fehlerhafte Operation: unklare Indikation, zu kleine bzw. fehlplatzierte Prothesen und unvollständige Dekompression. Eine risikoreiche Revisionsoperation ist erforderlich, Dauerfolgen im Segment C5/C6 sind eingetreten.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Feststellung der Ersatzpflicht für künftige Schäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

LG Arnsberg, 01.12.2015 – 5 O 2/14 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung der Ersatzpflicht für künftige Schäden

20.000 €Schulter/Arm

Schultereckgelenksprengung (Tossy III) rechts mit Subluxation

Ein Radfahrer erlitt bei einem Verkehrsunfall eine Sprengung des Schultereckgelenks; es folgten vier Operationen und rund ein Jahr Arbeitsunfähigkeit. Es blieb eine chronische Instabilität des Gelenks mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 10–20 %.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Gesamtbetrag; 15.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 5.000 € zugesprochen; Feststellung künftiger Schäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Düsseldorf, 28.03.2019 – 1 U 66/18 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 15.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 5.000 € zugesprochen; Feststellung künftiger Schäden

20.000 €Schulter/Arm

Oberarmkopfbruch (proximale Humerusfraktur) links, Wirbelkörperfraktur, Handgelenksdistorsion

Eine Pkw-Fahrerin wurde Opfer eines Überholunfalls. Der Oberarmbruch wurde zweimal operiert; es blieb eine endgradige Bewegungseinschränkung der linken Schulter.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Durch vorgerichtliche Zahlung von 20.000 € erfüllt, Klage auf weiteres Schmerzensgeld abgewiesen; Feststellung künftiger immaterieller Schäden
VerkehrsunfallDauerschaden

LG Schweinfurt, 22.11.2021 – 23 O 225/20 (Volltext)

Einzelheiten

Durch vorgerichtliche Zahlung von 20.000 € erfüllt, Klage auf weiteres Schmerzensgeld abgewiesen; Feststellung künftiger immaterieller Schäden

19.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Jochbein-, Nasenbein- und Le-Fort-I-Fraktur, Schädelkalottenfraktur mit Hirnblutung, Schultereckgelenksprengung; Riech- und Schmeckstörung

Ein Radfahrer wurde auf einem Geh- und Radweg von einem anderen Radfahrer mit zu geringem Seitenabstand überholt und stürzte. Dauerhaft eingeschränkt sind u. a. Geruchs- und Geschmackssinn sowie Belastbarkeit von Schulter und Handgelenk.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Berufung des Beklagten zurückgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 22.11.2022 – 7 U 8/22 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung des Beklagten zurückgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

16.000 €Hand/Finger

Kahnbeinbruch rechts, Speichenbruch rechts, Mittelhand-Luxationsfraktur und Handwurzelfraktur links, Schultereckgelenksprengung

Ein 29-jähriger Motorradfahrer stürzte nach einem regelwidrigen Überholmanöver vor einem aus einer Grundstücksausfahrt einfahrenden Pkw. Die Folgebeeinträchtigungen waren streitig; das Urteil enthält dazu keine Feststellungen.

Hand Finger Handgelenk Gesamtbetrag; 13.000 € vorprozessual gezahlt; Berufung zurückgewiesen, Betrag des LG Kleve (6 O 107/13) bestätigt; Dauerfolgen nicht festgestellt
Verkehrsunfall30 % Mithaftung berücksichtigt

OLG Düsseldorf, 09.02.2016 – I-1 U 50/15 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 13.000 € vorprozessual gezahlt; Berufung zurückgewiesen, Betrag des LG Kleve (6 O 107/13) bestätigt; Dauerfolgen nicht festgestellt

15.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Verlust der Lesefähigkeit eines Auges mit fortgeschrittenem Gesichtsfeldausfall (Sehnervschädigung durch Grünen Star)

Ein Augenarzt erkannte ein Glaukom über Jahre nicht rechtzeitig und unterließ die Indikationsstellung zur Operation (teils grobe Befunderhebungs- und Behandlungsfehler). Der Sehnerv des rechten Auges wurde weitgehend zerstört.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Berufung erfolgreich; LG Bochum hatte die Klage abgewiesen
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 15.01.2016 – 26 U 48/14 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung erfolgreich; LG Bochum hatte die Klage abgewiesen

15.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Dauerhafte weitere Verschlechterung der Sehkraft des vorgeschädigten rechten Auges nach mehreren Augenoperationen

Eine Patientin mit kindlicher Augenverletzung ließ medizinisch nicht zwingend gebotene Operationen (Linsenimplantation, Hornhauttransplantation) vornehmen, ohne ausreichend über die Risiken aufgeklärt worden zu sein. Es folgten weitere Eingriffe; die Sehkraft verschlechterte sich dauerhaft.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Haftung wegen Aufklärungsfehlers
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

LG Detmold, 27.04.2016 – 12 O 47/14 (Volltext)

Einzelheiten

Haftung wegen Aufklärungsfehlers

15.000 €Psyche

Dauerhafte posttraumatische Belastungsstörung ohne nennenswerte körperliche Verletzung

Der Kläger konnte einem schweren Unfall mit mehreren Toten knapp ausweichen und erlebte die Unfallfolgen am Unfallort als Ersthelfer unmittelbar mit. Er leidet seither an einer fortdauernden PTBS.

psychisch Trauma Angst Depression PTBS Berufung der Beklagten zum Schmerzensgeld zurückgewiesen (LG Paderborn hatte 15.000 € zugesprochen); haftungsrechtliche Zurechnung als unmittelbar Unfallbeteiligter und wegen Rettungshandlung
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 02.03.2018 – 11 U 131/16 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung der Beklagten zum Schmerzensgeld zurückgewiesen (LG Paderborn hatte 15.000 € zugesprochen); haftungsrechtliche Zurechnung als unmittelbar Unfallbeteiligter und wegen Rettungshandlung

15.000 €Haut/Narben/Verbrennungen

Infizierte Geschwüre an beiden Knieinnenseiten nach Fettweg-Spritze, Spalthauttransplantation, bleibende Narben

Eine Frau ließ sich eine kosmetische Injektionslipolyse an beiden Knien durch eine nicht approbierte Person geben; die Nachbehandlung erfolgte in einer Arztpraxis. Nach langwieriger Wundheilungsstörung waren Hauttransplantationen nötig; es verbleiben Narben.

Narbe Haut Verbrennung Schönheitsbehandlung; LG Köln hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

OLG Köln, 13.05.2020 – 5 U 126/18 (Volltext)

Einzelheiten

Schönheitsbehandlung; LG Köln hatte Klage abgewiesen; Feststellung Zukunftsschäden

15.000 €Hüfte/Bein/Knie

Riss von vorderem Kreuzband, Innenband und Gelenkkapsel; Schienbeinplateau- und Wadenbeinköpfchenfraktur

Ein Spaziergänger wurde am Schliersee von einem zu schnell fahrenden Rodler erfasst. Konservative Behandlung; es bleiben Instabilität und Bewegungseinschränkung des Knies, Arthroserisiko und dauerhaft 10 % Erwerbsminderung.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Rodelunfall (Freizeit); Feststellung Zukunftsschäden; Schmerzensgeldhöhe bestätigt durch OLG München, Urt. v. 23.02.2022 – 7 U 1195/21
Sport, Freizeit u. a.Dauerschaden

LG München II, 16.02.2021 – 8 O 1740/19 (Volltext)

Einzelheiten

Rodelunfall (Freizeit); Feststellung Zukunftsschäden; Schmerzensgeldhöhe bestätigt durch OLG München, Urt. v. 23.02.2022 – 7 U 1195/21

15.000 €Hüfte/Bein/Knie

Mehrfragmentäre Unterschenkelfraktur mit Kompartmentsyndrom, Mittelfußfraktur mit Fußkompartment

Ein überholender Motorradfahrer stieß mit einem nach links abbiegenden Verkaufsfahrzeug zusammen. Nach mehreren Operationen und Reha bleibt ein leichtes CRPS (Morbus Sudeck) mit Schwellneigung und Schmerzen.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Gesamtbetrag; LG Arnsberg hatte 11.000 € angesetzt, weitere 4.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Hamm, 08.07.2022 – 7 U 106/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; LG Arnsberg hatte 11.000 € angesetzt, weitere 4.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

13.000 €Hüfte/Bein/Knie

Distale Unterschenkelfraktur, Rippenserien- und Brustbeinfraktur, Gehirnerschütterung

Eine Autofahrerin wurde bei einem allein vom Gegner verschuldeten Vorfahrtsunfall verletzt; der Unterschenkelbruch wurde operativ versorgt, insgesamt 66 Tage Klinik und Kurzzeitpflege, zeitweilige Anpassungsstörung. Dauerschäden stellte das Gericht nicht fest.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Betrag bereits vorgerichtlich gezahlt, Klage auf weiteres Schmerzensgeld abgewiesen; Berufung zum OLG München (24 U 2979/22) eingelegt, Ausgang nicht festgestellt
Verkehrsunfall

LG Kempten, 12.05.2022 – 31 O 1173/20 (Volltext)

Einzelheiten

Betrag bereits vorgerichtlich gezahlt, Klage auf weiteres Schmerzensgeld abgewiesen; Berufung zum OLG München (24 U 2979/22) eingelegt, Ausgang nicht festgestellt

12.000 €Haut/Narben/Verbrennungen

Fehlerhafte Bauchstraffung und Brustverkleinerung: lange Narben, deformierter Nabel, Teilnekrose der Brusthaut

Eine Patientin ließ eine kosmetische Brustverkleinerung und Bauchstraffung vornehmen; die Ausführung war fehlerhaft. Es bleiben ausgedehnte, unschöne Narben und Asymmetrien, die eine Nachkorrektur erfordern.

Narbe Haut Verbrennung Schönheitsoperation; Feststellung Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

LG Dortmund, 15.10.2015 – 4 O 247/11 (Volltext)

Einzelheiten

Schönheitsoperation; Feststellung Zukunftsschäden

12.000 €Hüfte/Bein/Knie

Offener Schien- und Wadenbeinbruch, Bruch der hinteren Schienbeinkante

Auf der Skipiste fuhr ein von hinten kommender Skifahrer den Kläger an. Nach Marknagelung und rund sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit bleiben Belastungseinschränkung und eine MdE von 20 %.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Skiunfall (Sportunfall); 6.000 € vorgezahlt, weitere 6.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
Sport, Freizeit u. a.Dauerschaden

LG Köln, 15.08.2017 – 30 O 53/17 (Volltext)

Einzelheiten

Skiunfall (Sportunfall); 6.000 € vorgezahlt, weitere 6.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

10.000 €Kopf/Gehirn

Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnkontusionen nach Faustschlag und Sturz auf Asphalt; anhaltende Kopfschmerzen

Ein Türsteher schlug einen Gast vor einer Diskothek mit der Faust ins Gesicht; der Geschädigte schlug mit dem Kopf auf und blieb bewusstlos liegen, der Täter schleifte ihn weg. Stationäre Behandlung; noch über ein Jahr später starke Kopfschmerzen.

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung Feststellung Zukunftsschäden; Versäumnisurteil über 20.000 € insoweit aufgehoben
Vorsätzliche KörperverletzungDauerschaden

LG Bonn, 02.12.2016 – 1 O 154/15 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung Zukunftsschäden; Versäumnisurteil über 20.000 € insoweit aufgehoben

10.000 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion I. Grades mit unfallbedingter chronifizierter Depression

Streifkollision mit einem überholenden Lkw-Gespann auf der Autobahn. Aus einer Anpassungsstörung entwickelte sich eine chronische rezidivierende Depression mit Arbeitsunfähigkeit und erheblicher Einschränkung in fast allen Lebensbereichen.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Berufung; Betrag des LG Düsseldorf (10.000 €) bestätigt; Feststellung Zukunftsschäden
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Düsseldorf, 17.11.2015 – I-1 U 159/14 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung; Betrag des LG Düsseldorf (10.000 €) bestätigt; Feststellung Zukunftsschäden

10.000 €Rumpf/Organe

Sprengung des Iliosakralgelenks (Beckenverletzung), subdurales Hämatom, akutes Nierenversagen

Ältere Beifahrerin, deren Fahrzeug ungebremst angefahren und auf ein weiteres Auto geschoben wurde. Operative Verschraubung des Beckens, rund zweieinhalb Wochen stationär, einige Wochen pflegebedürftig.

Rippen Becken Bauch Organe Gesamtbetrag; 6.000 € vorgerichtlich gezahlt, 4.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden
Verkehrsunfall

LG Kleve, 29.08.2023 – 4 O 227/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 6.000 € vorgerichtlich gezahlt, 4.000 € zugesprochen; Feststellung Zukunftsschäden

10.000 €Schulter/Arm

Operativ versorgter Schlüsselbeinbruch links mit verzögerter Heilung

Eine Radfahrerin wurde von einem wieder einscherenden Pkw erfasst. Nach Operation mit Marknagel, wochenlanger Ruhigstellung und Physiotherapie blieben eine leichte Bewegungseinschränkung und Kraftminderung der Schulter; eine Nagelentfernung stand noch aus.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Feststellung der Ersatzpflicht für künftige Schäden; Berufung, LG Duisburg hatte 3.000 € zugesprochen
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Düsseldorf, 02.01.2019 – 1 U 158/16 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung der Ersatzpflicht für künftige Schäden; Berufung, LG Duisburg hatte 3.000 € zugesprochen

10.000 €Schulter/Arm

Frakturen beider Arme mit Ruhigstellung über das Ellenbogengelenk

Bei einem Verkehrsunfall erlitt der Kläger Brüche an beiden Armen, die sechs Wochen im Gips fixiert wurden. Dauerhaft blieben eine eingeschränkte Unterarmdrehung rechts und schmerzhafte Belastungsgrenzen beim Heben und Tragen.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Gesamtbetrag; durch Zahlung (4.000 €) und Aufrechnung teilweise erloschen, Rest 4.372,27 € zugesprochen; Schmerzensgeldrente abgelehnt
VerkehrsunfallDauerschaden

OLG Bamberg, 28.03.2023 – 5 U 122/22 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; durch Zahlung (4.000 €) und Aufrechnung teilweise erloschen, Rest 4.372,27 € zugesprochen; Schmerzensgeldrente abgelehnt

8.500 €Hüfte/Bein/Knie

Offener zweifacher Unterschenkelbruch mit Kompartmentsyndrom, Hirneinblutung

Ein 12-jähriger Junge lief hinter einem haltenden Schulbus auf die Straße und wurde von einem vorbeifahrenden Pkw erfasst. Mehrere Operationen; das Bein ist beim Springen eingeschränkt belastbar und optisch beeinträchtigt.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Hinweisbeschluss nach § 522 Abs. 2 ZPO, Betrag des LG Hagen (3 O 83/20) bestätigt; Feststellung Zukunftsschäden zu 70 %
Verkehrsunfall30 % Mithaftung des Kindes berücksichtigt

OLG Hamm, 27.02.2024 – 7 U 120/22 (Volltext)

Einzelheiten

Hinweisbeschluss nach § 522 Abs. 2 ZPO, Betrag des LG Hagen (3 O 83/20) bestätigt; Feststellung Zukunftsschäden zu 70 %

8.000 €Hand/Finger

Katzenbiss in die linke Hand mit Phlegmone am Handrücken

Eine Tierärztin wurde beim Wiegen einer Katze in die Hand gebissen; nach Operation, stationärer Behandlung und monatelanger Physio- und Ergotherapie blieben Narbe, eingeschränkte Fingerbeugung, verminderte Griffkraft und Gefühlsstörung am Zeigefinger.

Hand Finger Handgelenk Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Wuppertal hatte die Klage abgewiesen
Tierangriff / HundebissDauerschaden

OLG Düsseldorf, 03.09.2024 – 15 U 7/19 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Wuppertal hatte die Klage abgewiesen

8.000 €Hand/Finger

Daumenendgliedbruch mit Strecksehnenausriss rechts, Radiusfraktur links, Prellungen

Eine 67-jährige Gaststättenbesucherin stürzte mit dem Stuhl rückwärts eine ungesicherte Stufe hinab. Beide Hände wurden eingegipst; es blieb eine Versteifung des rechten Daumens mit Beeinträchtigung der Greiffunktion.

Hand Finger Handgelenk Ohne Mitverschulden hielt das Gericht 12.000 € für angemessen; Feststellung künftiger materieller Schäden
Sturz / VerkehrssicherungDauerschadenMitverschulden (Haftungsquote 40 %) berücksichtigt

LG Köln, 23.01.2024 – 14 O 58/22 (Volltext)

Einzelheiten

Ohne Mitverschulden hielt das Gericht 12.000 € für angemessen; Feststellung künftiger materieller Schäden

8.000 €Schulter/Arm

Revisionsoperation nach fehlerhaft platzierter Schraube bei Schultereckgelenksprengung

Bei der operativen Versorgung einer Schultereckgelenksprengung eines jungen Sportlers wurde die Schraube zu gelenknah gesetzt und die Lage nicht ausreichend kontrolliert (grober Befunderhebungsfehler). Es kam zu einem Ausriss und einer Zweitoperation mit verzögerter Genesung.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Arnsberg hatte die Klage abgewiesen
Behandlungsfehler (Arzt)

OLG Hamm, 18.02.2014 – 26 U 152/13 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung künftiger Schäden; Berufung, LG Arnsberg hatte die Klage abgewiesen

8.000 €Schulter/Arm

Messerstich in den linken Oberarm, Schnittverletzungen an Ellenbogen und Unterarm mit Durchtrennung des Ellennervs

Der Täter stach durch das Autofenster mit einem Küchenmesser auf den Geschädigten ein. Nach Notoperation und späterer Nerventransplantation bleiben Taubheit und Fehlstellung von Ring- und Kleinfinger, eine auf etwa 80 % reduzierte Leistungsfähigkeit der Hand und große Narben.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Adhäsionsverfahren im Strafurteil; Feststellung künftiger Schäden
Vorsätzliche KörperverletzungDauerschaden

LG Aachen, 10.03.2021 – 95 KLs 4/20 (Volltext)

Einzelheiten

Adhäsionsverfahren im Strafurteil; Feststellung künftiger Schäden

7.500 €Psyche

Posttraumatische Belastungsstörung (seit Frühjahr 2016 ausgeheilt)

Ein 78-jähriger Pedelec-Fahrer fuhr unvermittelt vor den Pkw des Klägers auf die Fahrbahn und starb an der Unfallstelle. Der Kläger entwickelte eine behandlungsbedürftige PTBS mit längerer Arbeitsunfähigkeit; Dauerfolgen blieben nicht.

psychisch Trauma Angst Depression PTBS Gesamtbetrag; vorgerichtlich 1.000 € gezahlt, 6.500 € ausgeurteilt; Anspruch gegen die Erben des Unfallverursachers
Verkehrsunfallbeim Schmerzensgeld kein Mitverschulden berücksichtigt (Betriebsgefahr von 20 % nur beim materiellen Schaden angesetzt)

LG Bonn, 18.12.2020 – 1 O 334/18 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; vorgerichtlich 1.000 € gezahlt, 6.500 € ausgeurteilt; Anspruch gegen die Erben des Unfallverursachers

7.500 €Schulter/Arm

Schultereckgelenksprengung (Tossy I), Rippenfraktur, HWS-Distorsion

Ein Rennradfahrer prallte gegen eine plötzlich geöffnete Fahrertür eines geparkten Pkw. Kurzer stationärer Aufenthalt, danach etwa acht Wochen Physiotherapie; Spätfolgen wurden nicht festgestellt, aber für möglich gehalten.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Gesamtbetrag; 4.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 3.500 € zugesprochen; Feststellung der vollen Ersatzpflicht für Zukunftsschäden
Verkehrsunfall

LG Köln, 02.08.2022 – 5 O 372/20 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 4.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 3.500 € zugesprochen; Feststellung der vollen Ersatzpflicht für Zukunftsschäden

7.000 €Fuß/Sprunggelenk

Bimalleoläre Luxationsfraktur des oberen Sprunggelenks mit Bandruptur

Eine Fußgängerin stürzte im Kreisverkehrsbereich auf Schnee- und Eisglätte, weil die Stadt nur unzureichend gestreut hatte. Operation mit Platte und Schrauben, später Metallentfernung; ein Dauerschaden über gelegentliche Beschwerden hinaus war nicht festgestellt.

Fuß Sprunggelenk Knöchel Fraktur Knochenbruch Verletzung der Räum- und Streupflicht; Feststellung Zukunftsschäden
Sturz / Verkehrssicherung

OLG Hamm, 01.12.2023 – 11 U 32/22 (Volltext)

Einzelheiten

Verletzung der Räum- und Streupflicht; Feststellung Zukunftsschäden

7.000 €Hüfte/Bein/Knie

Schienbeinbruch, Gehirnerschütterung, ausgedehntes Gesichtshämatom

Eine geistig schwer behinderte Patientin wurde während einer Röntgenuntersuchung allein und ungesichert auf dem Tisch gelassen und stürzte herunter. Die Klinik haftete wegen grob fahrlässiger Pflichtverletzung; geltend gemacht wurde der ererbte Anspruch.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Anspruch aus ererbtem Recht; Sturz im Krankenhaus
Behandlungsfehler (Arzt)

LG Nürnberg-Fürth, 30.03.2023 – 11 O 7141/19 (Volltext)

Einzelheiten

Anspruch aus ererbtem Recht; Sturz im Krankenhaus

6.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Beschwerden durch verblockte Kronen im Oberkiefer: eingeschränkte Mundöffnung, überempfindliche Zähne, Ohrenschmerzen

Der Zahnarzt versorgte den Oberkiefer mit verblockten Kronen, ohne über Einzelkronen als echte Behandlungsalternative aufzuklären. Die Patientin litt unter Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme und Überempfindlichkeit aller Zähne.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Haftung wegen Aufklärungsfehlers; Berufung des Zahnarztes zurückgewiesen; Feststellung weiterer Schäden
Behandlungsfehler (Zahnarzt)

OLG Hamm, 17.12.2013 – 26 U 54/13 (Volltext)

Einzelheiten

Haftung wegen Aufklärungsfehlers; Berufung des Zahnarztes zurückgewiesen; Feststellung weiterer Schäden

5.000 €Hand/Finger

Hundebiss in die rechte Hand mit Wundinfektion und Strecksehnenbeteiligung

Bei einer Begegnung zweier Hunde wurde die Klägerin in die Hand gebissen; die Wunde infizierte sich, es folgten Operation, stationäre Behandlung und rund vier Monate Arbeitsunfähigkeit. Es blieben Funktionseinschränkungen beim Öffnen und Schließen der Hand, Schwellneigung und eine deutliche Narbe.

Hand Finger Handgelenk Beschluss (PKH-Versagung für Berufung der Beklagten mangels Erfolgsaussicht); Senat bestätigt den Betrag des LG Bochum (2 O 205/21)
Tierangriff / HundebissDauerschaden20 % Mitverursachung (Tiergefahr des eigenen Hundes) berücksichtigt

OLG Hamm, 19.12.2022 – 7 U 54/22 (Volltext)

Einzelheiten

Beschluss (PKH-Versagung für Berufung der Beklagten mangels Erfolgsaussicht); Senat bestätigt den Betrag des LG Bochum (2 O 205/21)

5.000 €Haut/Narben/Verbrennungen

Kosmetische Brust-Revisionsoperation ohne wirksame Einwilligung

Nach einer ästhetischen Brustoperation wurde eine Revisionsoperation durchgeführt, ohne dass die Patientin ordnungsgemäß aufgeklärt war. Behandlungsfehler waren nicht nachgewiesen; das Schmerzensgeld gilt allein den Belastungen des rechtswidrigen Eingriffs.

Narbe Haut Verbrennung Haftung nur wegen Aufklärungsfehlers; Feststellung Zukunftsschäden aus der Revisionsoperation
Behandlungsfehler (Arzt)

LG Köln, 21.06.2023 – 25 O 117/20 (Volltext)

Einzelheiten

Haftung nur wegen Aufklärungsfehlers; Feststellung Zukunftsschäden aus der Revisionsoperation

4.500 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion mit akuter Belastungsreaktion und anschließender Anpassungsstörung

Ein Lkw fuhr auf den Pkw auf, in dem die Klägerin als Beifahrerin saß. HWS-Beschwerden binnen eines Jahres ausgeheilt, psychische Beschwerden nach etwa einem Jahr weitgehend abgeklungen.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Gesamtbetrag; 500 € vorgerichtlich gezahlt; Berufung, LG Münster hatte 2.500 € zugesprochen, Senat weitere 1.500 €; Feststellung Zukunftsschäden
Verkehrsunfall

OLG Hamm, 26.07.2011 – 9 U 136/10 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 500 € vorgerichtlich gezahlt; Berufung, LG Münster hatte 2.500 € zugesprochen, Senat weitere 1.500 €; Feststellung Zukunftsschäden

4.500 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Schleudertrauma/HWS-Distorsion

Seitlich-heckseitige Kollision mit dem zum Linksabbiegen wartenden Pkw der Klägerin. Rund drei Monate Halskrause, Schmerzmittel und zahlreiche Physiotherapietermine, etwa zwei Monate deutlich eingeschränkt; kein Dauerschaden festgestellt.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Feststellung der Ersatzpflicht für Zukunftsschäden; zusätzlich Haushaltsführungsschaden
Verkehrsunfall

LG Aachen, 22.03.2017 – 8 O 175/14 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung der Ersatzpflicht für Zukunftsschäden; zusätzlich Haushaltsführungsschaden

4.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Schädigung des Zungennervs (Nervus lingualis) mit monatelanger Gefühllosigkeit der Zunge und Kribbelparästhesien

Vor einer Zahnbehandlung setzte der Zahnarzt eine Leitungsanästhesie, ohne über die nervschonende intraligamentäre Anästhesie als echte Alternative aufzuklären. Die Nervverletzung besserte sich weitgehend; eine leichte Taubheit blieb.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Haftung wegen Aufklärungsfehlers; Berufung erfolgreich, LG hatte abgewiesen; Feststellung weiterer Schäden
Behandlungsfehler (Zahnarzt)

OLG Hamm, 19.04.2016 – 26 U 199/15 (Volltext)

Einzelheiten

Haftung wegen Aufklärungsfehlers; Berufung erfolgreich, LG hatte abgewiesen; Feststellung weiterer Schäden

4.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Fehlerhafte Implantatversorgung im Oberkiefer mit Entzündung und Verlust eines Pfeilerzahns; umfangreiche Neuversorgung

Vorgeschädigte eigene Zähne wurden ohne Aufklärung über die begrenzte Haltbarkeit in eine festsitzende Implantatbrücke einbezogen. Ein Pfeilerzahn musste entfernt werden; es folgte eine umfangreiche prothetische Neuversorgung mit vielen Terminen.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Berufung der Patientin (Forderung mind. 20.000 €) zurückgewiesen; Feststellung künftiger Schäden
Behandlungsfehler (Zahnarzt)

OLG Hamm, 16.12.2014 – 26 U 81/14 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung der Patientin (Forderung mind. 20.000 €) zurückgewiesen; Feststellung künftiger Schäden

4.000 €Rumpf/Organe

Rippenserienfraktur (Rippen 7–10), Lungen- und Milzkontusion, leichtes Schädel-Hirn-Trauma

Reiterin wurde auf der Koppel vom Pferd der Beklagten getreten. Elf Tage stationär unter engmaschiger Überwachung wegen der Milzverletzung.

Rippen Becken Bauch Organe Feststellung der Ersatzpflicht für weitere Schäden
Tierangriff / Hundebiss

LG Köln, 12.09.2022 – 15 O 10/22 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellung der Ersatzpflicht für weitere Schäden

4.000 €Haut/Narben/Verbrennungen

Handtellergroße chemische Verbrennung/Verätzung 1.–2. Grades der Kopfhaut mit Infektion und bleibendem Haarverlust

Bei einer Blondierung im Friseursalon wirkten die Präparate zu lange ein. Die Wunde infizierte sich und wurde wochenlang behandelt; an der Stelle wachsen ohne Operation keine Haare mehr.

Narbe Haut Verbrennung Friseurhaftung; Feststellung künftiger materieller Schäden (geplante Operation)
Sport, Freizeit u. a.Dauerschaden

LG Köln, 11.10.2019 – 7 O 216/17 (Volltext)

Einzelheiten

Friseurhaftung; Feststellung künftiger materieller Schäden (geplante Operation)

3.500 €Schulter/Arm

Schlüsselbeinbruch, Rippenfraktur, Schnittwunde an der Stirn

Bei einem Verkehrsunfall erlitt der Kläger einen Schlüsselbeinbruch, der ambulant mit Rucksackverband behandelt wurde; fünf Wochen Arbeitsunfähigkeit. Die Verletzungen heilten folgenlos aus.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Gesamtbetrag; 3.000 € vorprozessual gezahlt, Rest 500 € zugesprochen; Berufung, LG Kleve hatte 3.000 € angesetzt
Verkehrsunfall

OLG Düsseldorf, 24.05.2011 – I-1 U 220/10 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 3.000 € vorprozessual gezahlt, Rest 500 € zugesprochen; Berufung, LG Kleve hatte 3.000 € angesetzt

3.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Blutende Gesichtsverletzung mit bleibender Narbe unter dem linken Auge; vorübergehende Angstreaktionen

Ein an der Leine geführter großer Hund (Cane Corso) sprang eine Passantin an und verletzte sie im Gesicht. Es blieb eine halbmondförmige Narbe; die anfänglichen Ängste bildeten sich weitgehend zurück.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Haftung der Hundeführerin (nicht Halterin) aus Verletzung der Aufsichtspflicht (§ 823 BGB i. V. m. LHundG NRW); Berufung teilweise erfolgreich
Tierangriff / HundebissDauerschaden

OLG Hamm, 03.02.2015 – 9 U 91/14 (Volltext)

Einzelheiten

Haftung der Hundeführerin (nicht Halterin) aus Verletzung der Aufsichtspflicht (§ 823 BGB i. V. m. LHundG NRW); Berufung teilweise erfolgreich

3.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Verschobene Nasenbeinfraktur mit Nasenscheidewandverbiegung und Brillenhämatom; Operation mit drei Tagen Klinikaufenthalt

Nach einem Streit um eine reservierte Liege im Spa-Bereich eines Hotels schlug der Beklagte dem Kläger mit der Faust ins Gesicht. Notwehr war nicht bewiesen; der Kläger hatte den Streit allerdings provoziert.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Feststellungsantrag mangels Rechtsschutzbedürfnis abgewiesen
Vorsätzliche KörperverletzungMitverschulden 1/4 (Provokation) mindernd berücksichtigt

LG Nürnberg-Fürth, 09.10.2024 – 10 O 2087/23 (Volltext)

Einzelheiten

Feststellungsantrag mangels Rechtsschutzbedürfnis abgewiesen

3.000 €Schulter/Arm

Speichenbruch (Radiusfraktur) am linken Handgelenk, Knie- und Sprunggelenksverletzungen

Eine Radfahrerin stürzte über ein ungesichert quer über den Radweg gezogenes Erdkabel einer Baustelle. Der konservativ behandelte Speichenbruch heilte in Fehlstellung mit beginnender Arthrose des Handgelenks.

Arm Schulter Fraktur Knochenbruch Ohne Kürzung 6.000 €; durch Zahlungen (insgesamt 3.000 €) erfüllt; Feststellung künftiger Schäden zu 50 %
Sturz / VerkehrssicherungDauerschaden50 % Eigenverschulden berücksichtigt

OLG Hamm, 25.06.2021 – 7 U 89/20 (Volltext)

Einzelheiten

Ohne Kürzung 6.000 €; durch Zahlungen (insgesamt 3.000 €) erfüllt; Feststellung künftiger Schäden zu 50 %

2.800 €Rumpf/Organe

Rippenserienfraktur (Rippen 3–7) und Schlüsselbeinbruch

Kundin stürzte in einem Modegeschäft die nicht gesicherte Kellertreppe hinunter. Rund zwei Wochen stationär, danach noch einige Wochen Schmerzen; keine Dauerfolgen.

Rippen Becken Bauch Organe Berufung, LG Köln (16 O 140/11) hatte 2.000 € zugesprochen; 1.800 € im Verfahren gezahlt
Sturz / Verkehrssicherung20 % Mitverschulden berücksichtigt

OLG Köln, 08.11.2012 – 7 U 66/12 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung, LG Köln (16 O 140/11) hatte 2.000 € zugesprochen; 1.800 € im Verfahren gezahlt

2.500 €Kopf/Gehirn

Schädel-Hirn-Trauma 1. Grades (Gehirnerschütterung) und HWS-Distorsion

Ein Taxifahrer kollidierte mit einem in ein Grundstück abbiegenden Fahrzeug. Zwei kurze stationäre Aufenthalte, etwa ein Monat Arbeitsunfähigkeit bzw. geminderte Erwerbsfähigkeit.

Schädelhirntrauma SHT Gehirnerschütterung Kopfverletzung Gesamtbetrag; vorprozessual 600 € gezahlt, 1.900 € ausgeurteilt; LG Wuppertal hatte weiteres Schmerzensgeld abgewiesen
Verkehrsunfall

OLG Düsseldorf, 08.10.2013 – I-1 U 226/12 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; vorprozessual 600 € gezahlt, 1.900 € ausgeurteilt; LG Wuppertal hatte weiteres Schmerzensgeld abgewiesen

2.500 €Gesicht/Augen/Zähne

Nasenbeinfraktur, Schädelprellung, Prellungen an Oberschenkel und Knie

Eine Fußgängerin wurde nachts beim Überqueren einer Kreuzung von einem Pkw angefahren. Die Nasenbeinfraktur wurde operativ versorgt; es folgten mehrere ambulante Nachbehandlungen.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Gesamtbetrag; vorgerichtlicher Vorschuss von 900 € angerechnet (ausgeurteilt 1.600 €)
Verkehrsunfall

AG Schwandorf, 19.04.2023 – 2 C 263/22 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; vorgerichtlicher Vorschuss von 900 € angerechnet (ausgeurteilt 1.600 €)

2.500 €Gesicht/Augen/Zähne

Mangelhafte Brücken mit Fehlbiss, Kiefergelenk-, Kopf- und Nackenbeschwerden; Verlust eines Zahns

Ein Zahnarzt gliederte stark eingeschliffene, mangelhafte Brücken ein; die gesamte Oberkonstruktion musste von einem anderen Zahnarzt neu angefertigt werden. Ein Zahn brach infolge des Behandlungsfehlers ab und ging verloren.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Schmerzensgeld auf Widerklage des Patienten gegen die Honorarklage zugesprochen; Feststellung materieller Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Zahnarzt)Dauerschaden

OLG Hamm, 05.09.2014 – 26 U 21/13 (Volltext)

Einzelheiten

Schmerzensgeld auf Widerklage des Patienten gegen die Honorarklage zugesprochen; Feststellung materieller Zukunftsschäden

2.500 €Psyche

Depressive Störung und Schlafstörungen (keine PTBS)

Ein Bestatter führte entgegen dem Wunsch des Verstorbenen und der Witwe eine Seebestattung durch. Die Witwe entwickelte eine behandlungsbedürftige Depression, für die die fehlerhafte Bestattung nach Gutachten mitursächlich war.

psychisch Trauma Angst Depression PTBS vertragliche Haftung des Bestatters; gefordert waren mindestens 10.000 €
Sport, Freizeit u. a.

LG Bielefeld, 06.10.2021 – 5 O 170/17 (Volltext)

Einzelheiten

vertragliche Haftung des Bestatters; gefordert waren mindestens 10.000 €

2.500 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion Schweregrad I mit verzögertem Heilungsverlauf

Unfall mit einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung von mindestens rund 16 km/h. Nackenbeschwerden hielten etwa sechs Monate an statt der üblichen rund drei Monate.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Gesamtbetrag; 1.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 1.500 € zugesprochen; Berufung, LG Wuppertal hatte Klage mangels Nachweis der Primärverletzung abgewiesen
Verkehrsunfall

OLG Düsseldorf, 01.04.2014 – I-1 U 57/13 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 1.000 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 1.500 € zugesprochen; Berufung, LG Wuppertal hatte Klage mangels Nachweis der Primärverletzung abgewiesen

2.500 €Hand/Finger

Fehlerhaft versorgte Stichverletzung des linken Mittelfingers

Nach einer Arbeitsverletzung mit einem Holzspieß entfernte der Durchgangsarzt den Fremdkörper nicht vollständig und setzte die Schnittführung fehlerhaft. Es blieben ausgeprägte Narbe, Beuge- und Streckhemmung, Kraftminderung und Gefühlsstörungen des Fingers.

Hand Finger Handgelenk Amtshaftung des Unfallversicherungsträgers für den Durchgangsarzt (§ 839 BGB, Art. 34 GG); Feststellungsantrag abgewiesen (Endzustand)
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

LG Paderborn, 06.12.2021 – 4 O 545/20 (Volltext)

Einzelheiten

Amtshaftung des Unfallversicherungsträgers für den Durchgangsarzt (§ 839 BGB, Art. 34 GG); Feststellungsantrag abgewiesen (Endzustand)

2.500 €Haut/Narben/Verbrennungen

Brandblase oberhalb des Sprunggelenks mit verstärkter Narbenbildung (2 x 3 cm)

Bei einer nicht indizierten und nicht überwachten Moxibustion (Wärmebehandlung) in einer Naturheilpraxis entstand eine Verbrennung am Bein; die Heilung verlief schwierig. Es bleibt eine Narbe.

Narbe Haut Verbrennung Behandlungsfehler einer Heilpraktikerpraxis (Aufklärungsfehler und grobe Behandlungsfehler); Feststellung materieller Zukunftsschäden
Behandlungsfehler (Arzt)Dauerschaden

LG Bonn, 19.06.2015 – 9 O 234/14 (Volltext)

Einzelheiten

Behandlungsfehler einer Heilpraktikerpraxis (Aufklärungsfehler und grobe Behandlungsfehler); Feststellung materieller Zukunftsschäden

2.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Schmerzen durch zu kurze Kronen einer prothetischen Versorgung; vollständige Neuversorgung erforderlich

Eine Zahnärztin bezog grob fehlerhaft einen ungeeigneten Zahn in die Prothetik ein; die zu kurzen Kronen verursachten über Jahre Schmerzen. Die Patientin muss die umfangreiche Behandlung erneut durchlaufen.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Schmerzensgeld aus erster Instanz bestätigt; Berufung der Zahnärztin im Übrigen (Honorarrückzahlung) überwiegend erfolgreich
Behandlungsfehler (Zahnarzt)

OLG Düsseldorf, 11.04.2018 – 18 U 159/16 (Volltext)

Einzelheiten

Schmerzensgeld aus erster Instanz bestätigt; Berufung der Zahnärztin im Übrigen (Honorarrückzahlung) überwiegend erfolgreich

1.500 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion I. Grades mit Schmerzen im Kapuzenmuskel

Heckaufprall mit einer Geschwindigkeitsänderung von etwa 9 bis 11 km/h. Selbständiger Fahrlehrer rund sieben Wochen voll und danach teilweise arbeitsunfähig; Beschwerden nach knapp drei Monaten abgeklungen.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Gesamtbetrag; 500 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 1.000 € zugesprochen; Berufung, LG Mönchengladbach hatte HWS-Verletzung verneint
Verkehrsunfall

OLG Düsseldorf, 21.12.2010 – I-1 U 112/10 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 500 € vorgerichtlich gezahlt, weitere 1.000 € zugesprochen; Berufung, LG Mönchengladbach hatte HWS-Verletzung verneint

1.500 €Rumpf/Organe

Dammriss 2. Grades der Mutter

Rechtswidrige Geburtseinleitung im Krankenhaus; Ansprüche des Kindes wurden mangels Kausalität abgewiesen. Dauerfolgen bei der Mutter nicht festgestellt.

Rippen Becken Bauch Organe Teilrechtskräftig, Berufung OLG Köln 5 U 40/25
Behandlungsfehler (Arzt)

LG Köln, 05.03.2025 – 25 O 260/22 (Volltext)

Einzelheiten

Teilrechtskräftig, Berufung OLG Köln 5 U 40/25

1.500 €Hand/Finger

Bissverletzung am kleinen Finger der rechten Hand, Knieverletzung

Die Klägerin griff mit der bloßen Hand in eine Rauferei ihres Hundes mit zwei anderen Hunden ein und wurde verletzt. Der kleine Finger lässt sich dauerhaft nicht vollständig strecken und beugen; Arthrose ist wahrscheinlich.

Hand Finger Handgelenk
Tierangriff / HundebissDauerschaden1/3 Mitverursachung (eigenes Eingreifen und Tiergefahr des eigenen Hundes) berücksichtigt

AG München, 20.11.2025 – 223 C 5188/25 (Volltext)

1.190 €Hand/Finger

Hundebiss in die rechte Hand

Eine Taxifahrerin wollte den Hund eines Fahrgastes streicheln und wurde in die Hand gebissen; rund zwei Wochen arbeitsunfähig, Antibiotikabehandlung. Es blieben eine Narbe und eine Hundephobie.

Hand Finger Handgelenk Ohne Kürzung hielt das Gericht 1.700 € für angemessen; Feststellungsantrag abgewiesen
Tierangriff / HundebissDauerschaden30 % Mitverschulden berücksichtigt

AG Rheine, 01.07.2021 – 4 C 92/20 (Volltext)

Einzelheiten

Ohne Kürzung hielt das Gericht 1.700 € für angemessen; Feststellungsantrag abgewiesen

1.000 €Gesicht/Augen/Zähne

Schmerzen und Zahnfleischentzündungen durch abstehende Kronenränder einer Oberkieferbrücke

Ein Zahnarzt gliederte eine Brücke mit fehlerhaft gestalteten Kronenrändern ein und entließ den Patienten ohne Hinweis auf die nötige Nachbesserung (grober Fehler). Beschwerden beim Kauen und Entzündungen bis zur Neuversorgung.

Zahn Zähne Auge Gesicht Kiefer Berufung des Zahnarztes teilweise erfolgreich; LG Bielefeld hatte 3.000 € zugesprochen
Behandlungsfehler (Zahnarzt)

OLG Hamm, 12.09.2014 – 26 U 56/13 (Volltext)

Einzelheiten

Berufung des Zahnarztes teilweise erfolgreich; LG Bielefeld hatte 3.000 € zugesprochen

1.000 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Schleudertrauma und mehrere Prellungen (Schulter, Oberarm, Rippen, Hüfte, Handgelenk)

Motorradfahrer stürzte, weil ein Fußball durch eine ungesicherte Öffnung im Ballfangzaun eines Sportplatzes vor sein Vorderrad flog. Mehrere Wochen erhebliche Schmerzen; Dauerfolgen nicht nachgewiesen.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Haftung des Sportvereins aus Verkehrssicherungspflichtverletzung; Feststellungsantrag abgewiesen
Sturz / Verkehrssicherung30 % Betriebsgefahr des Motorrads berücksichtigt

LG Detmold, 20.10.2010 – 12 O 172/09 (Volltext)

Einzelheiten

Haftung des Sportvereins aus Verkehrssicherungspflichtverletzung; Feststellungsantrag abgewiesen

800 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion und Unterarmprellung

Verkehrsunfall mit Totalschaden am Pkw des Klägers. Sechs Sitzungen Krankengymnastik, gut dreieinhalb Wochen arbeitsunfähig.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Gesamtbetrag; 650 € vorgerichtlich gezahlt, ausgeurteilt weitere 150 €
Verkehrsunfall

AG Bielefeld, 09.11.2015 – 421 C 256/15 (Volltext)

Einzelheiten

Gesamtbetrag; 650 € vorgerichtlich gezahlt, ausgeurteilt weitere 150 €

750 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion 2. Grades und leichte BWS-Distorsion

Auffahrunfall auf der Autobahn auf das stehende Fahrzeug des Klägers. Rund eine Woche arbeitsunfähig; eine längere unfallbedingte Beeinträchtigung war nicht belegt.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Betrag war vorgerichtlich bereits gezahlt; weitergehende Klage abgewiesen (Mitklägerin mit HWS-Distorsion und Brustkorbprellung: 500 € ebenfalls angemessen)
Verkehrsunfall

AG Köln, 08.02.2011 – 267 C 152/10 (Volltext)

Einzelheiten

Betrag war vorgerichtlich bereits gezahlt; weitergehende Klage abgewiesen (Mitklägerin mit HWS-Distorsion und Brustkorbprellung: 500 € ebenfalls angemessen)

500 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung, Muskelverspannungen und Schwindel

Kollision an einer Kreuzung durch Vorfahrtsverstoß des Gegners. Behandlung mit zwölf Physiotherapiesitzungen und Medikamenten, rund zweieinhalb Wochen arbeitsunfähig; folgenlos ausgeheilt.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Klägerin hatte 1.000 € verlangt; Versicherer hatte Schmerzensgeld vorgerichtlich ganz abgelehnt
Verkehrsunfall

AG Recklinghausen, 25.05.2022 – 16 C 21/20 (Volltext)

Einzelheiten

Klägerin hatte 1.000 € verlangt; Versicherer hatte Schmerzensgeld vorgerichtlich ganz abgelehnt

500 €HWS/Wirbelsäule

HWS-Distorsion und Brustbeinprellung

Beifahrer bei Zusammenstoß mit einem aus einer Spielstraße kommenden Pkw. Beschwerden über einige Wochen, Ausheilung in üblicher Zeit.

Schleudertrauma Halswirbelsäule Rücken Wirbel Kläger hatte mindestens 1.250 € verlangt
Verkehrsunfall

AG Bergheim, 10.04.2012 – 21 C 227/10 (Volltext)

Einzelheiten

Kläger hatte mindestens 1.250 € verlangt

500 €Hand/Finger

Prellung, Hämatom und Schürfwunde am rechten Handgelenk

Ein Polizeibeamter wurde bei einer Festnahme durch Ellenbogen- und Kopfstöße gegen Hand und Handgelenk verletzt; drei Tage dienstunfähig, nach rund drei Wochen verheilt.

Hand Finger Handgelenk Adhäsionsverfahren im Strafurteil; geringe finanzielle Leistungsfähigkeit des Täters berücksichtigt
Vorsätzliche Körperverletzung

LG Detmold, 31.05.2021 – 21 KLs - 23 JS 532/20 - 33/20 (Volltext)

Einzelheiten

Adhäsionsverfahren im Strafurteil; geringe finanzielle Leistungsfähigkeit des Täters berücksichtigt

150 €Hüfte/Bein/Knie

Knieprellung

Eine schwangere Radfahrerin, die den Radweg in falscher Richtung befuhr, stieß mit einem vorfahrtswidrig abbiegenden Pkw zusammen. Sie erlitt eine Knieprellung, war nicht arbeitsunfähig und hatte keine Dauerfolgen.

Bein Knie Oberschenkel Unterschenkel Knochenbruch Fraktur Anspruch durch Erfüllung erloschen, Klage abgewiesen
Verkehrsunfall40 % Mitverschulden berücksichtigt

AG Köln, 15.11.2013 – 269 C 95/13 (Volltext)

Einzelheiten

Anspruch durch Erfüllung erloschen, Klage abgewiesen

So lesen Sie die Tabelle

Genannt ist der Betrag, den das Gericht im Ergebnis für angemessen gehalten hat. Hatte die Versicherung schon vorab gezahlt, steht hier der Gesamtbetrag; die Anrechnung finden Sie unter „Einzelheiten“. Musste sich die verletzte Person ein Mitverschulden oder eine Mithaftung anrechnen lassen, ist der gekürzte Betrag genannt und rot markiert.

Die Beträge sind nicht an die Geldentwertung angepasst. Gerichte orientieren sich an vergleichbaren Entscheidungen, berücksichtigen aber immer Ihren Einzelfall: Art und Schwere der Verletzung, Dauer der Behandlung, bleibende Folgen, Alter, Verschulden des Schädigers und ein zögerliches Regulierungsverhalten der Versicherung.

Rechtsgrundlage § 253 Abs. 2 BGB; § 11 Satz 2 StVG

Mein Tipp: Nehmen Sie das erste Angebot der Versicherung nicht ungeprüft an. Mehr dazu in meiner Verkehrsfibel unter Schmerzensgeld und HWS-Schleudertrauma.

„Volltext“: Gericht, Datum, Aktenzeichen und Betrag habe ich in der amtlichen Veröffentlichung der Entscheidung nachgeprüft (Rechtsprechungsdatenbanken der Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern). Die Beschreibungen sind meine eigenen Kurzfassungen. Ob eine Entscheidung rechtskräftig ist, ist nur vermerkt, soweit es sich aus dem Volltext ergibt.

Wie viel Schmerzensgeld steht Ihnen zu?

Ich bin Rechtsanwalt in Kleinmachnow und vertrete Unfallgeschädigte in Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf, Potsdam, Berlin und Umgebung. Bei einem unverschuldeten Unfall trägt die gegnerische Versicherung in der Regel auch meine Kosten. Die Kontaktaufnahme ist unverbindlich.

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Diese Übersicht dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: Oktober 2026.